Gemeinde Röllbach

16.05.2011

PressemitteilungInformationen über die Verunreinigung in unserem Trinkwassersystem


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

auf vielfachen Wunsch gebe ich hiermit einige Informationen über die Verunreinigung in unserem Trinkwassersystem kurz vor Ostern bekannt.

Chronologisch:

Am Donnerstag, 21.04.2011 erhielten wir telefonisch, per Fax und Email die Info, dass sich zwei Keime in der erhitzten Probe bei 36° befanden. Der Grenzwert ist Null. Sofort setzten wir uns mit dem Gesundheitsamt in Verbindung und besprachen die notwendigen Maßnahmen. Es wurde unverzüglich gechlort und per Lautsprecher im gesamten Ort dazu informiert.

Da wegen des anstehenden Karfreitags kaum eine zweite Analyse von einem zertifizierten Techniker vor Ostern gezogen werden konnte, um nach Bad Kissingen befordert werden zu können, fragte ich bei den Stadtwerken Aschaffenburg nach. Dort war es möglich, dass bei uns noch am Donnerstag - also am gleichen Tag - nachmittags eine Probe gezogen und im Zentrallabor bei Hessenwasser in Darmstadt analysiert wurde.

Am Samstag, 23.04.2011 erhielten wir den Bericht mit Null-Befund und konnten die Chlorung einstellen. So kann man davon ausgehen, dass bereits nach der ersten Chlorzugabe am Donnerstag wieder einwandfreies Wasser zur Verfügung stand!

Fazit:

Leider konnten nicht alle die Nachricht komplett erhalten. Das werden wir verbessern. Jedoch ist diese Verunreinigung nicht so von Wichtigkeit, dass das Wasser abgestellt werden müsste. Es soll auch keine Panikmache betrieben werden.

  1. Wir werden künftig sofort auf der Homepage die wichtigen entsprechenden Informationen und Verhaltensanweisungen einstellen.
     
  2. Zur Information, was Enterokokken sind, habe ich mit Erlaubnis von Dr. Engelken vom Büro Nuss/Bad Kissingen folgende fachliche Stellungnahme angefügt.
     
  3. Die Information am Samstag in der Presse entsprach nicht dem vollen Wahrheitsgehalt meiner Unterredung mit dem Reporter. Ich habe deutlich festgestellt, dass diese Keime Darmbakterien von Warmblütlern sind - nicht nachvollziehbar ist, wie diese ins Wasser gelangen und keine einseitige Zuweisung abgegeben.

Aus dem Schreiben von Dr. Engelken:

Nachfolgend ein Paar Anmerkungen zum Thema Enterokokken. Wie Sie sicher wissen, ist Trinkwasser in Deutschland das am besten überwachte Lebensmittel überhaupt. Es ist jedoch nicht praktikabel, das Trinkwasser auf alle möglichen unterschiedlichen Krankheitserreger (hunderte von Viren, Bakterien, Parasiten) zu untersuchen. Deswegen macht man sich die Tatsache zunutze, dass die meisten dieser Krankheitskeime fäkalen Ursprungs sind.

Bei der mikrobiologischen Untersuchung von Trinkwasser, werden aus diesem Grund Keime untersucht, die als "Indikatorkeime" spezifisch in hoher Anzahl in Fäkalien vorhanden sind, wie z.B. Enterokokken. Ein Gramm Hundekot würde ausreichen, um bis zu 1000 Kubikmeter Trinkwasser nachweisbar zu kontaminieren. Dabei sind Indikatorkeime, wie bspw. Enterokokken, als Krankheitserreger eher von untergeordneter Bedeutung.

In Zukunft sollte mit mehr Sachlichkeit in der Öffentlichkeit operiert werden. Denn: Enterokokken (Milchsäurebakterien) sind auch in Käse und Rohwurst enthalten (nachzulesen bei Wikipedia).

Ich hoffe, dass sich die Gemüter nun wieder beruhigen. Der Wasserwart, Herr Speth, und ich werden alles tun, um eine optimale Trinkwasserversorgung weiterhin zu gewährleisten.

Rudi Schreck
1. Bürgermeister


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